Dritter Teil der Reihe um den Proxmox-Kasten im Keller: ein Minecraft-Server für die Familie, als Container neben Pi-hole – im Netzwerkplan dort schon mit der Adresse 192.168.178.12 eingezeichnet.

Einen Minecraft-Server zum Laufen zu bringen dauert zehn Minuten. Ihn so aufzusetzen, dass man ihn danach vergessen kann, ist die eigentliche Arbeit. Genau darum geht es hier. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung liegt komplett auf GitHub: TechnikWeber/minecraft-server-guide.

Zwei Wege

  A – Bedrock B – Crossplay
Wer spielt? Handy, Tablet, Windows zusätzlich Java am PC
Plugins Grundstücksschutz, /home, Rollback von Schäden
RAM im Container 2 GB 8 GB

Jede Anleitung ist komplett – von der leeren LXC bis zur Fehlersuche: A – Bedrock · B – Crossplay

Was eine Standardinstallation nicht kann

Server herunterladen, starten, fertig – so sehen die meisten Anleitungen aus. Das funktioniert genau bis zum ersten Problem:

  Standardinstallation mit der Anleitung
Neue Minecraft-Version Die Handys aktualisieren sich, der Server nicht – niemand kommt mehr rein nachts automatisch, mit Backup und Rollback
Absturz Server bleibt aus, bis sich ein Kind beschwert Watchdog startet neu, Meldung aufs Handy
Backup keins täglich, sieben Tage zurück
Sicherheitsupdates wenn man dran denkt täglich, Neustart-Hinweis per Nachricht
Läuft als oft root eigener Benutzer ohne Passwort
Logs wachsen endlos werden rotiert

Der erste Punkt ist der wichtigste. Bedrock-Clients aktualisieren sich selbst, und ein veralteter Server lässt sie nicht mehr herein. Ohne Automatik heißt das: Nach jedem Minecraft-Update steht jemand vor einem Server, der „veraltet“ meldet.

Update mit doppeltem Boden

Das Update-Script ist das Herzstück. Es aktualisiert nicht einfach, sondern geht so vor, dass im schlimmsten Fall der alte Stand wieder läuft:

Neue Version? Mojang-API, 04:30 Laden und prüfen Server läuft weiter Backup + Snapshot vom gestoppten Server Entpacken, starten Startet sauber? Log + Port, max. 120 s Meldung: Update erfolgreich Rollback auf Snapshot Meldung: alte Version läuft ja nein
Das Bedrock-Update: Erst wenn der neue Server wirklich antwortet, gilt es als geschafft.

Drei Details machen den Unterschied:

  • Herunterladen, bevor gestoppt wird. Ist der Download kaputt, merkt es niemand – der Server lief ja die ganze Zeit.
  • „Gestartet“ heißt nicht „läuft“. Das Script wartet, bis der Server im Log seine Bereitschaft meldet und der Port offen ist. Ein Prozess, der sofort wieder abstürzt, zählt nicht.
  • Der Snapshot entsteht vom gestoppten Server. Eine Kopie der laufenden Welt kann halb geschriebene Dateien enthalten – dann wäre der Rollback selbst kaputt.

Beim Crossplay-Weg kommt eine Bremse dazu: Paper ist auf eine Version festgenagelt (26.1.2). Automatisch kommen nur Patch-Builds dieser Version sowie Geyser und Floodgate. Einen Versionssprung gibt es erst, wenn Geyser und alle Plugins mitziehen – sonst kommen morgens die Bedrock-Spieler nicht mehr rein. Neu gestartet wird nur, wenn sich eine Datei tatsächlich geändert hat.

Überwachung, die nicht nervt

Alle fünf Minuten prüft ein Watchdog, ob der Server antwortet. Wenn nicht, startet er ihn neu. Die Kunst liegt darin, wann er schweigt:

  • Nur bei Zustandswechseln. Eine Meldung, wenn der Server ausfällt, eine, wenn er wieder da ist – nicht alle fünf Minuten dieselbe.
  • Nicht während der Wartung. Backup und Update setzen ein Wartungs-Flag, sonst würde der Watchdog den absichtlich gestoppten Server mitten im Backup „retten“.
  • Geduld beim Neustart. Paper braucht mit allen Plugins oft deutlich länger als eine halbe Minute. Der Watchdog wartet aufs Log statt auf die Uhr und schlägt keinen falschen Alarm.

Gemeldet wird über ntfy direkt aufs Handy – ohne Konto, mit einer Zeile curl im Script. Jede Nachricht sagt, was passiert ist und was zu tun ist – im Normalfall: nichts. So sieht die seltene schlechte Nachricht aus:

Bedrock: Update fehlgeschlagen (Rollback)
Version 1.26.50.1 startete nicht. Alte Version 1.26.45.1 wurde
wiederhergestellt und laeuft wieder.

Einstellungen für einen Kinderserver

Ein offener Survival-Server ist für kleine Kinder das Falsche: Ein falscher Klick, und das Haus des Bruders ist weg. Das Kinderserver-Profil setzt auf kontrolliertes Bauen:

  • gamemode=adventure als Standard – jeder kann herumlaufen, Türen öffnen und Kisten benutzen, aber nichts abbauen.
  • Wer bauen darf, wird einzeln freigeschaltet: /gamemode creative Name.
  • force-gamemode=false – ohne diese Zeile wäre die Freischaltung beim nächsten Login wieder weg. Das ist der Fehler, über den die meisten stolpern.
  • difficulty=peaceful und ein paar Gamerules: immer Tag, kein Feuerschaden, TNT explodiert nicht.

Beim Crossplay-Weg kommen Plugins dazu: GriefPrevention – jedes Kind schützt sein Grundstück mit einer goldenen Schaufel – und CoreProtect, das jeden Block protokolliert. Geht doch etwas kaputt, macht /co rollback u:Name t:1h r:20 genau diesen Schaden rückgängig, ohne den Rest der Welt zurückzusetzen. Eine kindgerechte Spieler-Anleitung zum Weitergeben liegt bei, auch als Discord-Version.

Was Proxmox beisteuert

Die Anleitung setzt auf den Container aus dem Proxmox-Beitrag und nutzt dessen Stärken:

  • Start at boot und feste IP – nach einem Stromausfall ist der Server von allein wieder da, und die Portweiterleitung im Router zeigt immer auf 192.168.178.12.
  • Zwei Sicherheitsleinen. Das Backup-Script sichert die Welt – schnell zurückgespielt, wenn nur sie kaputt ist. Das Proxmox-Backup sichert den ganzen Container – für den Fall, dass die Platte stirbt.
  • Snapshot vor großen Schritten. Vor einem Paper-Versionssprung einmal pct snapshot <CTID> vor-update auf dem Host – die Weltumwandlung ist unumkehrbar, der Snapshot nicht.

Die Anleitung ist bewusst ausführlich. Der Aufwand steckt einmal am Anfang – danach meldet sich der Server nur noch, wenn er etwas zu sagen hat.

Anleitung und Scripts: github.com/TechnikWeber/minecraft-server-guide